Pilgerfahrt mit dem Fahrrad Christa Martin ist dabei!

Christa Martin von der Evangelischen Kirchengemeinde in Hausach nimmt an der Pilgerfahrt teil.

Sogar Martin Luther ist dabei

Fahrrad-Pilgerweg 2017 der Evangelischen Landeskirche in Baden macht in Müllheim Station – mit Kunststoffabguss des Reformators.
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2. Das verdiente Abendessen ist nah: die Radfahrpilgergruppe bei ihrer Station in Müllheim Foto: Beatrice ehrlich
MÜLLHEIM. Mit dem Fahrrad auf den Spuren der Reformation: Am 28. Juli ist eine Gruppe von Fahrradpilgern in Konstanz aufgebrochen, ihr Ziel ist Worms. Die Pilger möchten wissen, wie die Reformation damals die Welt, die Kirche und die Menschen verändert hat, heißt es auf der Webseite der Evangelischen Landeskirche in Baden zum Fahrrad-Pilgerweg 2017, und wo heute reformatorische und nachhaltige Wege in die Zukunft erkennbar sind. Nun haben sie in Müllheim Station gemacht. Und wer noch mitpilgern möchte: rauf aufs Fahrrad und los geht’s.
Christa Martin und Bärbel Riebisch strahlen, als sie vor dem evangelischen Gemeindehaus in Müllheim ihre Räder abschließen. So frisch und fröhlich nach einer Radstrecke von 50 Kilometern und das bei Sommerhitze? Nein, die beiden Frauen kommen wie auch die meisten ihrer 25 radelnden Mitpilger direkt aus dem Müllheimer Schwimmbad, wo sie sich nach der Herfahrt aus Lörrach erfrischt und – den begeisterten Berichten zufolge – auch bestens amüsiert haben.

Pfarrerin Claudia Roloff breitet schnell noch ihr Zelt aus, das noch nass ist vom Starkregen in der Nacht zuvor. Auch heute wird sie es wieder aufschlagen – auf einem winzigen Wiesenstück vor dem Gemeindehaus. Für die anderen ist heute der große Gemeindesaal das Nachtquartier. Vorher wird aber von den Kirchenältesten Lore Richert und Irmgard Rubarth noch ein köstliches Abendessen aufgetischt: Schäufele mit Kartoffelsalat und Fruchtquark zum Nachtisch. Der Tag klingt aus mit einem inhaltlichen Programmpunkt: Jochen Fischer von den Stadtwerken Müllheim-Staufen referiert zur nachhaltigen Energieversorgung und regenerativen Projekten vor Ort.


Erneuerbare Energien: eines der vielen Themen, die die Radpilger auf ihrem Weg von Konstanz nach Worms interessieren. Neben der Erkundung der Reformation im südwestdeutschen Raum anlässlich des Reformationsjubiläums beschäftigen sie sich mit Fragen eines verantwortungsvollen Handelns im Hinblick auf die Zukunft. Das Motto "mit leichtem Gepäck unterwegs", das sie sich selbst während ihrer zweiwöchigen Radwandertour auferlegt haben, treffe sich mit diesem Anliegen, erläutert Pfarrerin Roloff. Man reist fast ohne ökologischen Fußabdruck, übernachtet wird in Gemeindehäusern oder in Privatquartieren.

Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen haben sich von dieser Idee anstecken lassen. Täglich kommen weitere Mitfahrer dazu, manchmal auch nur für eine oder mehrere Teiletappen. Michèle Banzet ist eine von denen, die von Anfang an dabei sind: Seit die im Umweltschutz engagierte Französin aus dem lothringischen Sarreguemines anlässlich der Weltklimakonferenz mit einer Gruppe von Straßburg nach Paris gelaufen ist, wünscht sie sich, so ein intensives Zusammensein mit Gleichgesinnten noch einmal zu wiederholen. Wenn ihr auch die Hitze beim Radfahren etwas zu schaffen mache, so lobt sie doch den guten Zusammenhalt in der Gruppe und die liebevolle Aufnahme bei den bisherigen Gastgebern.

Heiß ist es auch Bengt-Olof Valldemo aus Uppsala in Schweden. 16 Grad hat es dort jetzt, wie er auf seinem Smartphone zeigt, in Müllheim 29. Kein Wort der Klage kommt indessen Bärbel Riebisch aus Ilmenau in Thüringen über die Lippen. Die sportliche 79-Jährige genießt die Fahrradreise in vollen Zügen. Ihre Kinder haben ihr zu dem Anlass ein neues Fahrrad geschenkt, jetzt fährt sie erstmals mit acht statt wie bisher mit drei Gängen. Unisono loben alle Mitfahrer die interessanten Programmpunkte, die guten Gespräche und die Solidarität in der Gruppe, wenn einmal jemand etwas am Rad zu reparieren hat. Größere Pannen habe es glücklicherweise aber bisher keine gegeben, so Roloff.

E-Bikes sind kaum vertreten bei der ambitionierten Radfahrerschar, dafür aber ein Anhänger mit allem darin, "was Leib und Seele zusammenhält", wie Hans-Joachim Zobel, Dekan im Ruhestand und Mitorganisator, verschmitzt anmerkt. Liederbücher, Wasser und Kleinigkeiten zur Stärkung erlauben es jederzeit, eine Pause einzulegen oder eine kleine Andacht abzuhalten, je nachdem. Und sogar Martin Luther ist dabei: Dietmar Eißner aus Halle an der Saale hat es sich nicht nehmen lassen, einen etwa hüfthohen Kunststoffabguss des Reformators mitzuführen, den er im jeweiligen Nachtquartier aufbaut. In Müllheim muss er allerdings erst einmal einem Gospelchor weichen, der die erschöpften Gäste mit seinen Liedern erfreut.
Die Fahrradpilger erreichen am 11. August ihr Ziel in Worms. Wer möchte, kann sich noch spontan anschließen, etwa in Sélestat, Straßburg, Kehl-Korg oder Rastatt, Information bei Hans-Joachim Zobel unter 7073948, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter http://www.ekiba.de/fahrradpilgern

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